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Freitag, 27. April 2018

Winzerleben

Hey Sie! Nun warten Sie doch mal! Genau Sie! Sagen Sie mal, trinken Sie gerne Wein? Ja? Klasse! Warum ich das wissen will? Ich führe eine Strichliste. Wozu? Das ist alles natürlich streng anonym! Da können Sie mir vertrauen! Ich führe eine Strichliste, wer von den Leuten, die hier so vorbeikommen, gerne Wein trinkt. Das ist Marktforschung. Was? Jawohl, Marktforschung. Ich habe nämlich gehört, daß in Süddeutschland, in so einem Weinhessen, da helfen Schafe beim Weinbau. Was? Schafe helfen da beim Weinbau. Das muss so ein bekanntes Land sein, wo Wein hergestellt wird. Die haben da so Weinberge und Wein und so. Und die machen da Wein, also den, den man trinken kann. Ob ich Wein trinke? Nein, das habe ich noch nicht. Das stelle ich mir aber toll vor. Das ist bestimmt total süß und lecker. So wie Zitronenbrause. Sonst würde das ja keiner trinken. 
Und da bei diesem Weinbau, da helfen Schafe mit. Die arbeiten da. Das ist doch toll, oder? Schafe sind sowieso die geborenen Weinexperten. Da kann man sich ganz auf uns verlassen. Wir haben da richtig Ahnung von. All diese ganzen Sorten, Riesling, Grauer Burgunder, Schwarzer Afghane... 
Sie sehen schon, ich kenne mich aus. 
Was das jetzt mit der Marktforschung zu tun hat? Na, da kommen Sie jetzt nicht selbst drauf? Wo Sie die ganzen Fakten in der Hand haben? Na, wir wollen den Bauern überzeugen, daß wir das hier auch machen wollen. Jetzt haben wir hier im Norden nicht so viele Berge. Da drüben in Harburg, die haben so was, das ist aber zu weit weg. Nee, hier muss das auch gehen. Und schauen Sie mal hinter mich. Was sehen Sie da? Richtig, den Deich. Das ist hier der höchste Berg weit und breit. Und wir wohnen hier. Wir bringen also schon mal die notwendige Ortskenntnis mit. Das ist wichtig. Was? Sehen Sie, sagen Sie auch. Jetzt stellen Sie sich mal vor, wie das klingt! Elbdeich Weststseite. Oder Hetlinger Deichlammtropfen. Oder Wedler - Wedel ist bekannter - Wedler Deichkrone, Extratrocken. Das wär doch auch was für Sie! Ich mache dann für Sie hier auch einen Strich. Gut. 
Warum unser Bauer nicht schon lange selbst auf die Idee gekommen ist? Ich glaube, der trinkt lieber Tee.

Samstag, 12. September 2015

Reisen bildet

Also das muss ich Ihnen ja nun Erzählen! Das war ja ein Ding, nich! Stellen sich sich vor, ich bin im Urlaub gewesen! Ja, doch, klar, ich war im Urlaub. Ob ich verreist war? Nu warten sie doch mal ab! Da war ich nämlich auch verreist gewesen. Ich wusste ja zuerst nicht wo hin, aber dann habe ich Leute hier am Zaun erzählen hören, in Berlin gäbe es eine oberschöne Weide. Na, wenn das nix is? Berlin ist ja ohnehin toll, und war ich auch noch nicht, habe ich mir gedacht, also bin ich da hingefahren. Na, ich muss ihnen sagen! Das ist ja eine riesige Stadt! So groß habe ich mir das gar nicht vorgestellt. Hamburg ist ja schon groß. Da war ich ja auch schon gewesen, ich kann das beurteilen! Is ja nich weit. Nach Hamburg bin ich zuerst hingefahren. Ich hatte den Bauern gefragt, wie ich nach Berlin komme, da hat er gesagt, ich soll zum Bahnhof und mir da eine Fahrkarte kaufen. Urlaubsgeld hab ich ja bekommen, das ging ja. Das Frollein da am Schalter wusste aber nicht, wo in Berlin da die oberschöne Weide sein soll. Auch wenn "Auskunft" da an ihrem Schalter stand. Egal. Ich habe also dann den Zug genommen. War lämmereinfach. Und der Schaffner wollte erst mal meine Fahrkarte gar nicht sehen, der dachte, ich gehöre irgendwo dazu. Wohl noch nie alleinreisende Schafe gesehen. Und ob ich? Was? Nu warten sie doch mal ab! Klar bin ich in Berlin angekommen. Am Hauptbahnhof. Sehr schick! Viel Glas, alles neu, sagenhaft! Da bin ich dann auch zur Auskunft, ich dacht mir ja, werden die hier besser wissen als in Hamburg, is ja umme Ecke hier. Der wußte dann auch tatsächlich sofort was ich meinte. Meinte, ich solle mit der S - Bahn fahren bis schöne Weide. Die oberschöne Weide wäre dann auf der anderen Seite der Spree. Na, ich also los. Hat auch gut geklappt. Wie klasse, dachte ich, da gibt es eine Weide, mit eigener S - Bahn. Ich also da ausgestiegen und habe die Weide gesucht. Und die oberschöne Weide auch. Ich hab noch mal jemanden gefragt da, der meinte auch, ich müsse über die Spree. Da war aber nur überall Industriegebiet. Also nee! Dann bin ich irgendwann in einen Wald gekommen, der war ganz nett, aber doch keine Weide. Und dann war da noch ein Park. Der war auch ganz nett, aber nee, da hab ich mich scheniert. Von Weiden wüssten sie hier nichts, haben die Leute dort gesagt, die ich gefragt hatte. Na, was ein Reinfall! Also ich wieder in die S - Bahn. Dann wollte ich wenigstens in den Tiergarten. Das hört sich ja gut an, habe ich mir gedacht, als ich davon gelesen habe. Aber - da gab es gar keine Tiere. Nur ein paar kläffende Hunde. Und das Gras war ganz kurz und klein getrampelt. Also auch nichts. dann hab ich mir gedacht, kuckste dir mal die Kühe an. Welche Kühe? Na, die auf dem Kuh - Damm. Kennt doch jeder! Da waren aber gar keine. Nur laut war es da. Also, Berlin is ja nur Lug und Trug! Die oberschöne Weide ist oberschweineöde, im Tiergarten sind keine Tiere und auf dem Kuh - Damm keine Kühe. Nur den Berliner Bären, den gibt es wirklich. Den habe ich nämlich getroffen und wir sind was trinken gegangen. Das war sehr nett. Und Berlin eigentlich auch.

Dienstag, 7. Juli 2015

Zur Sommerfrische

Sagen sie mal, sie als Mensch so, sie müssen das doch wissen! - Was? - Nu lassen sie mich doch erst mal die Frage stellen! Wie ist das eigentlich so, Camping?! - Was? - Was ich da wissen will? - Na, macht das Spaß, ist das schwer, kann man die Wiese auf der man campt, auch essen... - Sie waren schon lange nicht mehr campen? - Ach, macht ihnen das keinen Spaß? - Das ist nämlich wichtig für mich zu wissen! Ich hab nämlich bald Ferien! - Wie? - Klar haben Schafe auch Ferien! Für was halten sie uns? Für unkultivierte Barbaren? Und in den Ferien will ich zum Camping! Schön an der frischen Luft, tolle Landschaft, am Besten ein Deich, oder so... Mal was ganz anderes. - Wie? - Einen Deich habe ich hier das ganze Jahr? Und frische Luft auch? Und tolle Landschaft? Ja doch, aber sie fahren ja auch zum Beispiel nach Wuppertal in den Ferien, oder München. Und finden das ganz toll, auch wenn sie aus Hamburg kommen und Stadt eigentlich das ganze Jahr über haben. Sie fahren nicht nach Wuppertal in den Ferien? Warum nicht? Ist es da nicht schön? Das wissen sie nicht? Und trotzdem fahren sie nicht hin um mal nachzuschauen? Das sei was ganz anderes? Find ich nicht. Sie, ich stell mir das Zelten so toll vor! Da hat man dann was eigenes, … - Nein, ich will nicht jodeln, warum? Einfach nur so? Also, da hat man dann was eigenes, ein kleines Stück Zuhause, nur halt weit weg von da. Ein Lagerfeuer, Marshmallows braten... Ob ich schon mal Marshmallows gegessen habe? Nö. Aber ich stell mir das toll vor! Man sitzt da so vor seinem Zelt am warmen Lagerfeuer, hält da den Stock ins Feuer und nachher kann man als Nachtisch ja noch ein wenig von der Wiese sich genehmigen.

- Sie, ich möchte auch mal wissen, ob Wiesen anderswo auch so schmecken wie hier. Oder ob die ein anderes Aroma haben. Ob ich – auf einem Campingplatz übernachten will? Wieso? Warum nicht, da trifft man vielleicht auch noch andere, die auch zelten. Dann kann man sich ein wenig unterhalten. - Was? - Dann wird das mit der Wiese zum Nachtisch nichts? Warum? Weil die jemandem gehört? Na, die Wiese hier am Deich gehört ja auch jemandem und trotzdem essen wir davon. - Das ist ja auch was anderes? - Wieso? - Die Zeltwiese ist nur zum Zelten da und zu nichts anderem? Ach? Haben die dann auch irgendwo noch eine Speisewiese? Kaum, meinen sie? Ich kann mir ja was zu Essen mitnehmen. Das macht ihr Menschen doch auch, ihr habt immer Dosen dann dabei, hab ich mal gesehen. - Wie ich vereisen will? - Na, zuerst ein Stück zu Fuß und ab Wedel dann mit der S - Bahn. - Da kommt man nicht weit mit? Doch, ich kann doch umsteigen. Und dann mit einem Zug weiterfahren, oder ich fahre zum Flughafen. Wobei, ich glaube, ich fahre mit dem Zug weiter. Meinen sie, im Sauerland sind die Wiesen sauer? Nein, meinen sie nicht? Was würden sie mir denn empfehlen? Allgäu? Ach, sie meinen, die verstehe ich da nicht? Aha. Lüneburger Heide sei toll? Aber kulinarisch nicht einfach wegen der Erika? Ok... Und Weserbergland? Das klingt nach Abenteuer, nach Kraxeln. Nicht kraxeln? Aber gute Wiesen? Sie lernen schnell, worauf es ankommt!

Sonntag, 15. Februar 2015

Beim Fasching...

Na, Sie sehen aber ganz schön kaputt aus! Waren Sie denn auch gestern abend beim Fasching in Rissen? Wieso auch? Weil wir da gewesen sind! - Wer? - Ich mit meinen Kumpels und dem Bauern mit der Bäuerin.- Nein, Sie waren nicht dort? Schade! - Wie ich es fand? Suuuper! Das war die Schau! Da haben Sie nun wirklich was verpasst! - Wie, Sie sind kein großer Fasching Feierer? - Na, wir eigentlich auch nicht. Aber nachdem wir letztes Jahr schon mal unterwegs waren, wollten wir in diesem Jahr nu wieder los. Der Bauer hat dann was gefunden, in Rissen, das ist ja nicht weit, da sind wir dann alle Mann hoch hin. Ob wir uns verkleidet haben? Na, Sie können Fragen stellen! Natüürlich! Wir gehen ja nicht einfach so auf eine Maskerade. Wie stellen Sie sich das vor? Das haben wir letztes Jahr als Anfänger noch gemacht. - Als was? Wir sind als schwarze Schafe gegangen. Da haben wir am Nachmittag schon angefangen uns zu kostümieren. Was? Nein, davon ist nichts mehr zu sehen, ich war heute morgen schon zum Waschen, darum bin ich so schön sauber jetzt auch. Wir haben also gestern Nachmittag schon angefangen. Die Bäuerin hat da ein Mittel gehabt, damit konnten wir uns alle schwarz färben. Die hat natürlich erst mal den Kopf geschüttelt, als wir ihr erklärt haben, wie wir gehen wollen. Aber dann hat sie gelacht, gemeint, wir wären ihr welche und sagte, sie wüsste da was. Das war schon lustig! Am Abend sind wir dann alle ins große Auto und nach Rissen hin. Das war in so einem Tennisclub in der Wirtschaft, im Saal. Der Bauer und die Bäuerin vorneweg, die sind als Arzt und Krankenschwester gegangen und hinterher dann wir. Also wirklich, soo schön gemacht! Da gab es auch ein Motto! Oder so was. Auf jeden Fall war alles auf Disco gemacht! Heiß! Sowas wollte ich ja schon lange mal. Da war denn auch jemand, der Platten aufgelegt hat. Richtig tolle Musik! 
Und wir getanzt! - Das können Sie sich nicht vorstellen? - Wohl noch nie Schafe tanzen gesehen? - Na, da haben Sie aber wirklich was verpasst! Ob auch andere Schafe da gewesen sind? Nein, leider nicht. Und wenn, dann waren sie wirklich gut verkleidet. Die meisten Leute waren ganz bunt angezogen, manche hatten sich auch wirklich als irgendwas verkleidet. Einer als Bierfass! Nee, wirklich! - Ob wir was getrunken haben? Nee, nur Limo. Und Wasser. Die haben uns an der Bar gefragt, ob wir von der Kirche seien, weil wir keinen Alkohol tränken. Ich sagte dann, das sei besser, Schafe und Alkohol vertrügen sich nicht. Außerdem haben wir ja heute wieder Dienst! - Was? - Jaaa, die Leute haben auch mit uns getanzt! Eine hat mich gefragt, wo ich wohnen würde. Ich hab dann gesagt, gleich am Deich. Die meinte, ob ich ein Elbgrundstück hätte. Naja, wenn man so will... Is ja eigentlich das vom Chef. Der wollte dann auch irgendwann nach Hause. Der muss ja früh raus und seine Frau kann er auch nicht schicken, die war ja mit. - Aber ich wollte ja eigentlich wissen, warum Sie so kaputt aussehen! - Sie sind was? - Ach, der Paster! Da müssen Sie auch früh raus und nach den Schäfchen sehen? Und da hatten Sie denn aber wenigstens vorher auch so eine Maskerade bei sich in der Kirche? Nein? Sollten Sie aber! Ist echt lustig!

Dienstag, 10. Februar 2015

Wenn einer eine Reise tut...

Ich seh Ihnen ja jetzt schon eine ganze Weile zu. Telefonieren tun Sie nicht. Normale Touristen sind sie auch nicht. Sie laufen hier am Deich auf und ab und schauen dabei auf Ihr Telefon. Ach, das ist gar kein Telefon? Ein GPS? Aaaach! Dann weiß ich was sie machen! Sie Cachen Geo! Da sind Sie hier aber gaanz falsch! Da müssen Sie gaaaanz da hinten hin. Immer weiter. Wie? Das kann nicht sein? Die Koordinaten seien hier? Und das mit dem Schaf stimme auch? Bidde? In der Beschreibung steht was von einem sprechenden Schaf drin? Na ja nu! Was ist daran besonders? Sie sprechen ja schließlich auch. Wie, das ist ja auch normal? Na, hörn Sie mal! Soll ich etwa nicht normal sein? - Natürlich sprechen Schafe! - Also wirklich.
Habe ich denn Recht mit dem was Sie hier suchen? Sie suchen - ein - Hotel? Sind Sie sich wirklich sicher, daß sie Ihr Apparat da, daß der Sie nicht an der Nase herumführt? Hotel hab ich hier nämlich noch keines gesehen. Ganz sicher. - Da wohnt etwas drinnen, das reisen möchte? Nu aber ma langsam. Sie Cachen doch Geo, oder? Oder sie suchen eine Bleibe? Oder wollen Sie jemanden abholen? Ich sag Ihnen aber, mit Hotel, da sind sie hier völlig auf dem Holzweg.
Das Hotel ist eine Dose, die hier liegen soll? Also doch dies Geodings! Wo die ist? Naain! Ich hab versprochen, das nicht zu verraten! Wenn Sie unbedingt wollen, dann können wir "warm / kalt" spielen. Ok? Kalt, kalt, warm, kalt, wärmer, wärmer, noch wärmer, immer wärmer, heiß, kalt, heiß!" Jetzt beißt sie Sie gleich! Na! Na! Stop! Aah! Jetzt haben Sie sie!
Und das ist ein Hotel? Was? Das ist der Reisende? Ein Track...- Ein - Schaf? Was steht da drauf? Pellworm? Wir sind hier aber an der Elbe. Ziemlich sicher. Der kommt von Pellworm und will woanders hin? An die Ostsee? Fahren Sie denn an die Ostsee? Nein, nur nach Hamburg? Und warum nehmen sie ihn dann mit? Sie legen ihn dort wieder ab? Und die Ostsee? Wie soll er da nu hin? Laufen? Wohl kaum. Der wird dann wieder mitgenommen? Meinen Sie das klappt? Irgendwann schon? Der hats also nicht sonderlich eilig, oder? Aha...
Das ist schon ein sonderbares Spiel. Da jagen die Leute Schätzen hinterher, die nichts wert sind, tragen Dinge spazieren, die verreisen möchten, es aber nicht eilig haben? Auf die Idee sollt ich mal kommen.
Sagen Sie, macht das denn Spaß? Könnt ich mir vorstellen...

Montag, 2. Februar 2015

Schöner Wohnen

Und? Wie isses bei Ihnen so? Also, das muss ich Ihnen nu wirklich mal erzählen! Saagenhaft! Also wirklich. Der Bauer und ich sind neulich in der Stadt gewesen! Wie? Na, bis Wedel sind wir mit dem Auto und dann mit der S – Bahn. Der Bauer fährt nicht so gerne in der Stadt. Wir haben eine Tageskarte genommen, dann ist es billiger. Wir waren ja an dieser Schule eingeladen, da sollten wir von unserer Arbeit hier auf dem Lande und am Deich berichten. Das is ja auch wirklich spannend! Aber – davon will ich ja gar nicht erzählen, eigentlich. Nur soviel, ich sollte meine Klappe halten, wenn wir in der Schule sind und ihm das Reden überlassen, meinte der Bauer. Na schön, habe ich dann gemacht. War ganz nett und allzu großen Blödsinn hat er auch nich erzählt da. Aber – jetzt kommts – danach – also das muss ich Ihnen nu wirklich erzählen – danach sind wir denn weiter in die Stadt und haben noch was gegessen und uns etwas umgesehen! Dunnerwittstock!
Wir hatten ja Tageskarte und konnten so einfach mit der S – Bahn weiterfahren und mit der U – Bahn. Das ist vielleicht witzig! Eben fährt man noch an der Elbe entlang, schaut auf die Schiffe runter und danach den Leuten ins Wohnzimmer, und die wohnen schon auf der Etage, und dann auf einmal ist man unter der Erde! So schnell kann das gehen! Wir waren dann an der Alster und sind etwas rumgelaufen. Sehr schön! Und viele Leute dort. Aber keine Schafe. Schade eigentlich.
Und dann sind wir etwas essen gegangen. Also zuerst sind wir wieder mit der U – Bahn, nein, mit der S – Bahn, die aber da wie eine U – Bahn fährt, nach Altona. Da sind wir dann wieder aus der Erde gekommen. Der Bauer wusste wo es langgehen soll, also bin ich immer hinterher. Wir sind dann über eine breite Strasse drüber und dann eine Strasse, wo nur Leute laufen, längs. Und dann auf einmal bleibt er stehen und sagt: „Du leeve Chott, wat is dat grot!“ Schaut hoch, dann zu mir und meint, wir seien da. Ich kuck auch, ein ordentlich großes Haus vor uns. Ganz neu. Da gehen wir also rein.

Wir sind noch nicht ganz drin, da kommt auch schon so ein Kerl mit gelbem Hemd auf uns zu und ruft:“Das geht doch nicht! Wo wollen Sie mit dem Schaf hin?!“ Da habe ich den erst mal gefragt, ob bei ihm die Leute erst beim Menschen anfangen und gesagt, daß ich solche Diskrimidings gar nicht ab kann. Da hat er aber mal blöde geguckt und hat uns durch gelassen. - Wissen Sie, ich lasse mich noch nicht, einfach nur weil ich kein Mensch bin, so unfreundlich abservieren! Nich, was is denn das für eine Art!? - Also, wir da rein. Das war ein riesiges Kaufhaus. Da geht man nicht wie sonst, wohin man will, sondern alle gehen in eine Richtung. Wir also auch. Dann die Rolltreppe hoch und ins Restaurant. Ich hatte ja zuerst gedacht, wir müssen uns selbst was machen, denn da waren unten, wie wir rein sind, Küchen, aber da hat kein anderer der Leute was gekocht, also sind wir auch dran vorbei. Das Restaurant – riesig. Da haben wir uns erst mal einen Platz gesucht. Da hat der Bauer zu mir gesagt, ich solle zusehen, daß ich den frei hielte, er würde das Essen holen gehen. Das haben wir dann so gemacht. Arbeitsteilung. Irgendwann kommt er wieder mit einem Tablett angepustet und stellt das auf dem Tisch ab. Für mich hatte er Salat mitgebracht, der kennt mich ja, und für sich etwas, das sah doch sehr seltsam aus. So kleine Klüten. Mit Soße. Also, ich denk bei sowas erst mal an was anderes. Aber gut. Und Pommes. Von denen hat er mich mal probieren lassen. Gar nicht übel. Ich hab mir aber so ein Restaurant irgendwie anders vorgestellt. Wissen Sie, irgendwie so – feiner. Und es war laut da! Meine Güte. Da haben sie alle durcheinandergeblökt. Und die Kinder geschrien, als wenn sie gleich in den Topf sollten. Wie die Hühner, wenn die Bäuerin mit dem Hackebeil übern Hof läuft. Sie wissen schon. Dafür konnte man rausgucken. Das hat mir gefallen. So runter auf die Strasse schauen.
Nach dem Essen sind wir dann weitergelaufen. Das ging ja nur in eine Richtung. Und wir hatten noch nicht alles gesehen. Aber, das war irgendwie komisch, wir müssen uns da verlaufen haben. Da sind wir durch die Wohnung von den Leuten gekommen, die da arbeiten. Die wohnen da auch. Und die anderen Leute, die mit uns da rumgelaufen sind, sind dann einfach mal bei den Leuten, die da arbeiten, die waren ja nicht zu Hause in dem Moment, durch die Stube gelaufen und haben in die Schränke reingeschaut und so. Einer hat sich auch mal ins Bett rein gelegt. Das haben wir natürlich nicht gemacht. Ich hab denn immer pikiert weg gesehen. Das is ja büschen peinlich, nich? Der Bauer meint, die würden da in dem Kaufhaus die Möbel verkaufen. Also, die von den Leuten, die da wohnen. Das stelle ich mir schon nicht schön vor. Da kommt man denn abends nach Hause und mit mal is denn das Bett wech. Dann muss man auf dem Boden schlafen. Nicht schön sicher. Aber auch da wohnen – nee. Wenn man beim Frühstück sitzt, laufen einem da vielleicht schon die Besucher durch die Stube. Aber einen Kindergarten hatten die da. Oder, wenn ich mir das überlege, meinen Sie, die haben da auch die Kinder von den Leuten verkauft, während die auf Arbeit waren? Nein, glauben Sie nicht? Na, ja. Irgendwann haben wir dann den Aufzug gefunden, mit dem man zum Ausgang kommt. Und denn zurück mit der S – Bahn, das war ja nur noch n' Happen Schiet.
Hier hatte aber keiner in der Zwischenzeit die Möbel verkauft. Da war alles noch da. Aber, sagen Sie mal, vielleicht war ja der Mann mit dem gelben Hemd da am Eingang deshalb so komisch, weil er dachte, wir wollten ausgerechnet seine Möbel kaufen? - Meinen Sie nicht?

Montag, 12. Januar 2015

Schatzgräber

Naaa? Kann ich Ihnen helfen? Sie suchen doch etwas, oder? Haben Sie was verloren? Haben Sie nicht? Es geht um einen Schatz? Ooh, das ist aber interessant!! Da kann ich Ihnen doch bestimmt helfen! Ach, den wollen Sie erst verstecken und suchen nun ein Versteck dafür? Herzlichen Glückwunsch, da sind Sie hier genau richtig! Sehen Sie sich um! Bestes Weideland, saftige Wiesen, ein schöner grüner Deich! Weit und breit niemand! Ich kann schweigen wie ein Grab! Was wollen Sie mehr! Wir machen dann halbe/ halbe. Oder? Wie, der ist nichts wert? Sie wollen einen Schatz verstecken, der nichts wert ist? - Warum? - Haben Sie nicht diese ganzen Piratenromane gelesen? Doch, als Sie klein waren? Und? Haben Sie so gar nichts davon behalten? Meinen Sie, Störtebecker hat irgendwo einen Schatz versenkt, der nichts wert ist? Wohl nicht. Sie machen eine moderne Schatzsuche? Und da ist der Schatz dann nichts mehr wert? Was ist das denn!? Es liegen tausende Schätze rum, die nichts wert sind? Nee. Und die werden von ebenfalls tausenden Schatzsuchern weltweit gesucht? Nee! Und sowas wollen Sie hier vergraben? Wie, nicht vergraben? Den legen Sie hier ab? Der hat einen Magneten und haftet an Metall? Oder ist eine Dose, die unter einem Stein liegt? Und Sie tragen die Koordinaten in ein Gerät ein? So eine Art elektronische Schatzkarte? Mit GPS? Geo – was? Cache? Ach!
Hören Sie mal! Haben Sie denn schon mal einen richtigen Schatz gefunden? Also einen, der auch was wert ist? Nein? Oh. Also ich würde gerne mal einen Schatz finden, der auch was wert ist. Das wäre doch fein! Dann wäre ich das reichste Schaf hier auf dem Deich! Ich könnte mir alles kaufen! Meine Güte! Den würde ich dann aber in kein GPS eintragen, damit ihn andere auch finden...

Freitag, 2. Januar 2015

angestossen

Naa? Nu is die Knallerei ja wieder so ziemlich vorbei, nich? War ja auch ganz schön laut. Aber schön war das Feuerwerk ja trotzdem! Ich kann das ja immer gut sehen, oben vom Deich. Man müsste mal auf den Leuchtturm steigen dürfen, von da hat man sicher noch einen viel besseren Blick. Ich kann ja hier links Hamburg sehen und auf der anderen Seite das Alte Land. Und die Harburger Berge. Da war ja mächtig was los.
Bitte? Ob ich was? Ach, ob ich einen guten Jahreswechsel hatte? Jaa! Sehr gut sogar! Ich habe auch mit dem neuen Jahr angestossen. Sie auch? Sie haben auf das neue Jahr angestossen? Ich mit! Wo haben Sie es denn getroffen? Gar nicht? Dann haben Sie es also in Abwesenheit gefeiert.
Am Silvesterabend kam es ja hier über die Weide und hat kurz bei mir Halt gemacht. Da haben wir ein wenig geklönt und dann miteinander angestossen. Dann ist es weiter, hier über den Deich und über die Elbe. - Wie? - Natürlich habe ich es gesehen. Es hat hier vor mir im Gras gesessen. - Ob ich viel getrunken habe? - Was meinen Sie? Alkohol? Neein! Wie kommen Sie denn darauf? Nur das eine Gläschen. Und Sie? - Ach, Sie haben mehr getrunken? - Dann haben Sie es vielleicht deshalb verpasst? Oder gar nicht gesehen, als es bei Ihnen war? Sie meinen, das wäre Ihnen aufgefallen? - Naja, wenn Sie meinen...
Nein, das kommt nicht noch mal vorbei. Das gibt’s ja nur einmal. Nächstes Mal kommt ein neues. Dann können Sie ja auch mal vorbeischauen, vielleicht können wir dann ja gemeinsam anstossen! 

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Weihnachten - wie die Schafe es erzählen

Hey, Ihr beiden! Wartet mal! Ja, Euch meine ich! Heute ist doch Weihnachten. Ihr kennt doch beide die Weihnachtsgeschichte, so wie Lukas sie erzählt. Aber wisst Ihr eigentlich, daß Ihr bloß Weihnachten feiert, weil wir Schafe so klug sind? Nee? Hab ich mir doch gedacht! Ich werde es Euch also erklären!
Ihr kennt das ja, mit dem, daß sie alle unterwegs waren, um sich zählen zu lassen und daß Joseph und Maria schließlich in dem Stall gelandet sind, weil alle anderen Herbergen voll waren und sie ja nun auch niederkommen sollte. Das kennt Ihr ja alles. Aber, was Ihr nicht kennt, daß ist das, wie es dann weiterging. Vor der Stadt waren ja Schäfer, mit ihren Schafen, auf der Weide und denn kamen die Engel und erzählten ihnen von der Neuigkeit. Aber, das war Sonnabend und es war Fußball gewesen, der TuS Nazareth hatte gegen Vorwärts Bethlehem gespielt und die Schäfer konnten da ja nicht hingehen, weil sie auf die Schafe aufpassen mussten. Also waren sie etwas gnadderig. Nun hatten die Schäfer aber immer eine kleine Buddel unter ihrem Mantel mit dabei, und die war schon ein paar Mal rumgegangen und nun lagen sie alle völlig duun, an ihre Stöcke gelehnt im Gras und waren am Schnarchen und die Welt war für sie schon wieder ziemlich in Ordnung. Aber jetzt kamen die Engel und das war auf einmal taghell und warm und alles golden auf der Weide. Da wachten sie dann doch auf und stierten mit ihren glasigen, tranigen Augen nach dem Himmel.

Und der Engel erzählte und erklärte was los gewesen war, daß der Heiland geboren sei und wo sie ihn finden können und was sie machen sollten und so weiter. Dann kam der Engelschor noch dazu und sang, und mit Hosianna ging das dann wieder zurück in den Himmel. Das eine Schaf konnte noch so eben und eben einem der Schäfer den Mund zuhalten, der wollte noch „Zugabe!“ rufen und dann sackten sie aber auch schon wieder weg und waren wieder am Schnarchen. Die Schafe standen alle zusammen und guckten sich ganz belämmert mit großen Augen an.Was war das denn? Da kommen Engel vom Himmel und singen was von Hosianna und hast du nicht gesehen und erzählen was vom neuen Heiland. Und die hier schlafen einfach weiter? Das oberste von den Schafen sagte dann, Kinners, das geht so nicht, was soll denn schließlich in der Bibel stehen nachher? Da steht dann drinnen, der Heiland ist geboren und die Engel haben gesungen – und dann ist das Buch zu Ende? Das geht doch nicht. Dann ist die Bibel ja auch gleich vergessen. Das kauft ja keiner, wenn es nicht weitergeht, wenn es spannend wird. Wir müssen was tun. Fasst alle mit an! Und dann schleppten sie die Schäfer zu dem Stall, wo das kleine Kind in der Krippe lag, und sie weckten sie auf und sagten ihnen, sie sollten das nun verkünden, so wie der Engel es erklärt hatte. Die Schäfer schauten nur halb im Tran in die Krippe, dann schauten sie sich an und wollten wieder umdrehen und zu Bett gehen, aber das oberste von den Schafen nahm sich den obersten von den Schäfern – so von Chef zu Chef – zur Brust und machte ihm klar, er solle sich zusammenreißen und seine Kollegen da mitnehmen und soll es bekannt machen, wie der Engel es gesagt hatte. Als der oberste Schäfer sich immer noch zierte und rumquängelte, er wollte zu Bett, das sagte das Schaf, sie würden ganz sicher in manch einem Haushalt reichlich einen ausgegeben bekommen für die Nachricht. Da waren sie auf einmal alle wieder wach und wollten auch gleich los. Und das machten sie dann auch so.
Seht Ihr, so kam das dann in der Bibel zu stehen, wie Ihr das kennt und so feiert Ihr Weihnachten. Aber uns Schafe haben sie völlig vergessen dabei!

Wihnachen - as de Schöp dat vertellt

Hey, Jii beid! Töövt mol! Jo, Jii! Vanobend is jo Wihnachen. Jii kennt jo man beid de Wihnachtsgeschicht, as Lukas de vertellt. Man weet jii, dat jii bloot Wihnachen fiert, wieldat wi Schöp so klook sünd? Nee? Harr ick mi dacht! Töövt, ick wüll't ju verklorn!
Jii kennt dat jo, mit dat se aal unnerwegens wesen sünd üm sick tellen to loten un dat Joseph un Maria denn in den Stall land weern, wieldat aal anner Harbargen full wiern un se jo nu ook to leggen keem. Dat kennt jii jo aalens. Man wat jii nich kennt, dat ist dat, wo dat wiedergüng. Dat wier jo denn so, dat vör de Stadt de Schäpers mit de Schöp op de Weid wiern und denn de Engels kämen un ehr dat vertellen däden. Man dat wier Sünnobend un dat wier Football, de TuS Nazareth har gegen Vörwarts Bethlehem speelt un se künnt dor jo ne hingohn, se müss jo op de Schöp oppassen. So wiern se gnadderig. Nu harrn de Schöpers ober jümmer so'n lütte Buddel Sluck ünnern Mantel un de wier aal rümgohn un nu liggen se aal duun an jüm ehr Stöck löhnt in't Gros un wiern an Snorken un de Wilt wier för jüm all wedder in de Reeg. Man denn kämen de Engels un dat ward op eenmol aalens lichtens un hell un warm un güllen op de Weid. Do woken se woll ok op un keeken mit jüm ehr glosige, trohnige Oogen no den Heben.

Un de Engel snack un verklor wat dor lot wier, dat de Heiland buren wier un woneem se em finnen könnt un wat se don schallen un so wieder. Un denn keem de Engelschor un süng, un mit Hosianna güng dat dann wedder trüch no Heben. De een Schop kunn no so eben un eben de een Schäper de Mund to holen, de wull no „Togaav!“ ropen man denn sacken se ok al wedder wech un wiern wedder an Snorken. De Schäp stünnen in de Rünn un keeken sick heel belämmert mit groote Oogen an. Wat wier dat denn? Dor kummen Engels van'n Heben dol to fohrn un singen wat van Hosianna und hest ne seehn un vertellen wat van de niegen Heiland. Un de Öös slöppt eenfach wieder? De böbelst van de Schöp sä denn, Kinners, dat geiht so nich, watt schall denn nohletzt in de Bibel stohn? Dor steiht denn binnen, de Heiland is buren, de Engels hebbt sungen - un denn is dat Book ut? Dat geiht jo nich. Denn is de Bibel jo glieks vergeten. Dat köfft jo keen, wenn dat ne wiedergeiht wann't spannend ward. Wi mööt wat doon. Fot aal mit an. Un denn sleppt se de Schäpers to den Stall, neem dat lüttje Kind in de Krööv leeg, un se woken ehr op un seggen, se schüllen dat nu künnen, as de Engel dat seggt harr. Dor keken de Schöpers so half benaut denn in de Krööv un denn keken se sick an - un wullen all wedder ümdreihen un to Puch gohn, man de böbelst van de Schöp nähm sick de böbelst van de Schöpers – so van Chef to Chef – to Bost un sä to em, he schall sick wat tosammenrieten un sin Mackers nehmen un schall dat bekannt moken, so as de Engel dat seggt harr. As denn de Schöperbaas sik jümmer noch zier un rümquäs, he wull to Puch, do sä de Schop, se däden denn för seker ook bi männig Hüüs een lüttje Loog utgeeven kreegen. Dor wiern se mitmohl all wedder wook un mit dorbi un wulln dat doon. Un so dä se dat ook.
Sü, un so käm dat denn so in de Bibel to stohn, as dat steiht, un so fiert Jii Wihnachen. Man bloot us Schöp harrn se vergeeten de Öös!

Sonntag, 14. Dezember 2014

Alles Ersatz?

Sagen Sie mal, wissen Sie wie das geht? Wie was geht? Moment, ich war ja auch noch nicht fertig mit meiner Frage. Ich muss da weiter ausholen. Neulich saß da vorne ein Mann. Auf der Bank und der hat ein Radio dabei gehabt, weil er mit dem Fahrrad unterwegs war und nicht so alleine sein wollte. Hab ich ihn gefragt und hat er mir erklärt. Was ich aber nicht gefragt habe, das Radio hat was erzählt und das kam mir seltsam vor. Klar, hätte ich fragen können, aber der Mann wollte dann auch auf einmal los und ich wollte ihn nicht aufhalten. Sie wissen ja, das mit den Reisenden. Die soll man doch nicht aufhalten. Wobei...- lassen wir das.
Also, das Radio hat erzählt, die Kanalfähre Holtenau sei außer Betrieb und es würden Ersatzbusse verkehren. Nu sagen Sie mal, als Mensch, wie geht das? Schwimmt dann der Bus? Oder fährt der auf dem Boden von dem Kanal. Und – warum machen die das dann nicht immer so, wenn das als Ersatz so gut klappt. Und wenn die Kanalfähre vielleicht gar nicht so haltbar ist, und oft ersetzt werden muss. Oder klappt das gar nicht so gut? Wie, davon haben Sie noch nichts gehört? Doch, da fahren dann Ersatzbusse, wenn die Fähre außer Betrieb ist. Also, Mittag macht, oder frei hat.
Ist so ein Bus eigentlich wasserdicht? Von oben ja? Und von unten auch? Kommt drauf an? Und sonst so? Kann der denn überhaupt schwimmen? Nicht? Ach, dann fährt der also am Boden von dem Kanal entlang? Hören Sie mal, das ist doch aber sicher unheimlich interessant! Meinen Sie nicht? Was man da alles sehen kann! 

Wieso gibt es das denn hier nicht? Na, in der Elbe, für auf die andere Seite, oder ein Stück rauf oder runter!?
Wo wollen Sie denn so rasch hin? Zum Bus? - Dann fragen Sie doch mal im Bus ob er nicht auch mal auf die andere Seite von der Elbe fahren könnte. Durch die Elbe. So als Ersatzbus...

Montag, 8. Dezember 2014

nach Hause telefonieren

Bitte? Haben Sie mit mir gesprochen? Hallo! - Ja, Sie! Ob Sie mit mir gesprochen haben! Mit Ihrer Oma im Alten Land? Aber Sie haben doch gar kein Telefon! Ach, das haben Sie in der Tasche stecken. Und können trotzdem telefonieren, ohne sich das Ding an die Backe zu halten? Ach, über die Stöpsel im Ohr. So geht das. Ich habe mich schon ein paar Mal gewundert, wenn Leute redend vorbeikamen und da war außer ihnen kein anderer. Und mich meinten die auch nicht. Ich hab dann gedacht, vielleicht sind die einfach n' büschen mall. Ach, das ist ja interessant! Geht das nur nach dem Alten Land hin, oder können Sie so auch woanders hin telefonieren? Ah. Wissen Sie, ich habe nämlich auch eine Oma im Alten Land. Die wohnt da im Königreich von Jork. Meinen Sie, die könnte ich auch mal anrufen? Ob die eine Telefonnummer hat. Hm. Ach, das braucht man. - Sagen Sie mal, sie können doch auch so SMS mit Ihrem Telefon schreiben. Und Email. Und so Whats App. Ich seh immer Leute auf der Bank sitzen und auf ihr Telefon starren und als ich mal einen gefragt habe, da meinte er, er würde Whats App schreiben. So was könnte ich doch meiner Oma auch schreiben. Wenn ich so ein Telefon hätte. Ach, und wenn sie auch eines hat. Wissen Sie, bis jetzt ist das nämlich etwas umständlich. Und das dauert zwei Tage, bis das ankommt. Oder länger. Das geht mit so einem Telefon doch sicher schneller. Also das Telefonieren und das Schreiben. Da brauchen Sie doch keine zwei Tage, bis das da ist, wo Sie das hin haben wollen. - Ach, das geht sofort. Siehste. Bei mir zwei Tage. - Was ich mache? Nein, dem Bauern gebe ich nichts mit. Der ist zu unzuverlässig und hat das Meiste schon vergessen, wenn er zu Hause ist. Ich stelle mich auf den Deich und mache Zeichen. Das geht natürlich nur, wenn es hell ist, kein Nebel und kein Regen. Man also die andere Seite sieht. Nein, meine Oma steht nicht auf der anderen Seite auf dem Deich. Die wohnt ja in dem Königreich von Jork. Auf der anderen Seite steht einfach auch ein anderes Schaf und das nimmt die Zeichen entgegen, oder schickt mir auch etwas, von meiner Oma zum Beispiel. Und dann muss das andere Schaf das weitergeben. Bis es bei meiner Oma ist. Doch, das funktioniert!
Womit ich das mache? Na, Sie sind lustig. Mit zwei Fahnen, wie jeder andere auch.
Wo wollen Sie denn auf einmal hin? Sie müssen noch telefonieren? Ganz dringend? Mit Ihrer Oma? Dann sagen Sie ihr doch ein paar Grüße, vielleicht kennt sie ja meine Oma! 

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Diese Elbe!

Sie! Ja Sie! Haben Sie das auch gehört? Die wollen die Elbe tiefer machen. Daß sie mit größeren Schiffen fahren können. Wenn die das nu tiefer machen, wird dann die Nordsee flacher? Wie sollen die dann mit den größeren Schiffen zur Elbe kommen? Haben die dann Räder untendran? Ich hab schon Schiffe gesehen, die hatten Räder untendran. Und wurden von Autos gezogen. - Doch, die waren schon ganz schön groß. Mindestens so groß wie das Auto. Und ein kleiner Junge hatte mal ein ganz kleines Schiff, das sollte aber ein ganz großes Schiff darstellen, das hatte auch Räder untendran. Und er konnte es an einer Schnur hinter sich herziehen. Das geht bei den ganz großen, also den ganz großen Schiffen, natürlich nicht. Wie lang müsste dann die Schnur sein. Und die kann sicher kein Mensch alleine hinter sich herziehen. Ich hab solche schon oft gesehen. Die fahren ja auf der Elbe. Brauch ich ja nur auf den Deich zu gehen und zu warten. Aber daß die Räder unten dran haben, habe ich noch nicht gesehen. Sicher, weil die so groß sind und die Räder unten drunter sitzen. Wie bei dem Schiff von dem Jungen. Da konnte ich die Räder auch zuerst nicht sehen. Die saßen da unten drunter.
Warum fahren die dann nicht auf ihren Rädern in der Elbe? Wenn sie schon welche haben, und ohnehin dann auf der Nordsee, wenn die nicht mehr so tief ist, sie damit fahren müssen? Sicher, weil die die Räder schonen wollen. Der Junge hat sein Schiff auch ein Stück getragen. Aber da war das holprig hier auf dem Weg. Oder ist das in der Elbe holprig? Und man sieht es nur nicht? Weil da Wasser drüber ist? Dann wäre es doch besser das aufzuschütten, statt es auszubaggern. Kucken Sie mal, die Strassen sind ja auch aufgeschüttet. Die baggert man ja auch nicht aus, nur weil sie holprig sind. Da kommt dann was drüber. Klar, so Asphalt sieht in der Elbe doof aus, versteh ich ja. Wie? Die sollen schwimmen? Aber – wie sollen die das denn, wenn das Wasser so niedrig ist? Darum baggern die das aus? Aber, die haben doch Räder untendran? Halt! Bleiben Sie doch noch einen Moment stehen! Hey!
Gibts das? Immer wenn sie nicht weiter wissen, dann laufen sie weg. Das sollte ich mal machen...