Dienstag, 10. Februar 2015

Wenn einer eine Reise tut...

Ich seh Ihnen ja jetzt schon eine ganze Weile zu. Telefonieren tun Sie nicht. Normale Touristen sind sie auch nicht. Sie laufen hier am Deich auf und ab und schauen dabei auf Ihr Telefon. Ach, das ist gar kein Telefon? Ein GPS? Aaaach! Dann weiß ich was sie machen! Sie Cachen Geo! Da sind Sie hier aber gaanz falsch! Da müssen Sie gaaaanz da hinten hin. Immer weiter. Wie? Das kann nicht sein? Die Koordinaten seien hier? Und das mit dem Schaf stimme auch? Bidde? In der Beschreibung steht was von einem sprechenden Schaf drin? Na ja nu! Was ist daran besonders? Sie sprechen ja schließlich auch. Wie, das ist ja auch normal? Na, hörn Sie mal! Soll ich etwa nicht normal sein? - Natürlich sprechen Schafe! - Also wirklich.
Habe ich denn Recht mit dem was Sie hier suchen? Sie suchen - ein - Hotel? Sind Sie sich wirklich sicher, daß sie Ihr Apparat da, daß der Sie nicht an der Nase herumführt? Hotel hab ich hier nämlich noch keines gesehen. Ganz sicher. - Da wohnt etwas drinnen, das reisen möchte? Nu aber ma langsam. Sie Cachen doch Geo, oder? Oder sie suchen eine Bleibe? Oder wollen Sie jemanden abholen? Ich sag Ihnen aber, mit Hotel, da sind sie hier völlig auf dem Holzweg.
Das Hotel ist eine Dose, die hier liegen soll? Also doch dies Geodings! Wo die ist? Naain! Ich hab versprochen, das nicht zu verraten! Wenn Sie unbedingt wollen, dann können wir "warm / kalt" spielen. Ok? Kalt, kalt, warm, kalt, wärmer, wärmer, noch wärmer, immer wärmer, heiß, kalt, heiß!" Jetzt beißt sie Sie gleich! Na! Na! Stop! Aah! Jetzt haben Sie sie!
Und das ist ein Hotel? Was? Das ist der Reisende? Ein Track...- Ein - Schaf? Was steht da drauf? Pellworm? Wir sind hier aber an der Elbe. Ziemlich sicher. Der kommt von Pellworm und will woanders hin? An die Ostsee? Fahren Sie denn an die Ostsee? Nein, nur nach Hamburg? Und warum nehmen sie ihn dann mit? Sie legen ihn dort wieder ab? Und die Ostsee? Wie soll er da nu hin? Laufen? Wohl kaum. Der wird dann wieder mitgenommen? Meinen Sie das klappt? Irgendwann schon? Der hats also nicht sonderlich eilig, oder? Aha...
Das ist schon ein sonderbares Spiel. Da jagen die Leute Schätzen hinterher, die nichts wert sind, tragen Dinge spazieren, die verreisen möchten, es aber nicht eilig haben? Auf die Idee sollt ich mal kommen.
Sagen Sie, macht das denn Spaß? Könnt ich mir vorstellen...

Montag, 2. Februar 2015

Schöner Wohnen

Und? Wie isses bei Ihnen so? Also, das muss ich Ihnen nu wirklich mal erzählen! Saagenhaft! Also wirklich. Der Bauer und ich sind neulich in der Stadt gewesen! Wie? Na, bis Wedel sind wir mit dem Auto und dann mit der S – Bahn. Der Bauer fährt nicht so gerne in der Stadt. Wir haben eine Tageskarte genommen, dann ist es billiger. Wir waren ja an dieser Schule eingeladen, da sollten wir von unserer Arbeit hier auf dem Lande und am Deich berichten. Das is ja auch wirklich spannend! Aber – davon will ich ja gar nicht erzählen, eigentlich. Nur soviel, ich sollte meine Klappe halten, wenn wir in der Schule sind und ihm das Reden überlassen, meinte der Bauer. Na schön, habe ich dann gemacht. War ganz nett und allzu großen Blödsinn hat er auch nich erzählt da. Aber – jetzt kommts – danach – also das muss ich Ihnen nu wirklich erzählen – danach sind wir denn weiter in die Stadt und haben noch was gegessen und uns etwas umgesehen! Dunnerwittstock!
Wir hatten ja Tageskarte und konnten so einfach mit der S – Bahn weiterfahren und mit der U – Bahn. Das ist vielleicht witzig! Eben fährt man noch an der Elbe entlang, schaut auf die Schiffe runter und danach den Leuten ins Wohnzimmer, und die wohnen schon auf der Etage, und dann auf einmal ist man unter der Erde! So schnell kann das gehen! Wir waren dann an der Alster und sind etwas rumgelaufen. Sehr schön! Und viele Leute dort. Aber keine Schafe. Schade eigentlich.
Und dann sind wir etwas essen gegangen. Also zuerst sind wir wieder mit der U – Bahn, nein, mit der S – Bahn, die aber da wie eine U – Bahn fährt, nach Altona. Da sind wir dann wieder aus der Erde gekommen. Der Bauer wusste wo es langgehen soll, also bin ich immer hinterher. Wir sind dann über eine breite Strasse drüber und dann eine Strasse, wo nur Leute laufen, längs. Und dann auf einmal bleibt er stehen und sagt: „Du leeve Chott, wat is dat grot!“ Schaut hoch, dann zu mir und meint, wir seien da. Ich kuck auch, ein ordentlich großes Haus vor uns. Ganz neu. Da gehen wir also rein.

Wir sind noch nicht ganz drin, da kommt auch schon so ein Kerl mit gelbem Hemd auf uns zu und ruft:“Das geht doch nicht! Wo wollen Sie mit dem Schaf hin?!“ Da habe ich den erst mal gefragt, ob bei ihm die Leute erst beim Menschen anfangen und gesagt, daß ich solche Diskrimidings gar nicht ab kann. Da hat er aber mal blöde geguckt und hat uns durch gelassen. - Wissen Sie, ich lasse mich noch nicht, einfach nur weil ich kein Mensch bin, so unfreundlich abservieren! Nich, was is denn das für eine Art!? - Also, wir da rein. Das war ein riesiges Kaufhaus. Da geht man nicht wie sonst, wohin man will, sondern alle gehen in eine Richtung. Wir also auch. Dann die Rolltreppe hoch und ins Restaurant. Ich hatte ja zuerst gedacht, wir müssen uns selbst was machen, denn da waren unten, wie wir rein sind, Küchen, aber da hat kein anderer der Leute was gekocht, also sind wir auch dran vorbei. Das Restaurant – riesig. Da haben wir uns erst mal einen Platz gesucht. Da hat der Bauer zu mir gesagt, ich solle zusehen, daß ich den frei hielte, er würde das Essen holen gehen. Das haben wir dann so gemacht. Arbeitsteilung. Irgendwann kommt er wieder mit einem Tablett angepustet und stellt das auf dem Tisch ab. Für mich hatte er Salat mitgebracht, der kennt mich ja, und für sich etwas, das sah doch sehr seltsam aus. So kleine Klüten. Mit Soße. Also, ich denk bei sowas erst mal an was anderes. Aber gut. Und Pommes. Von denen hat er mich mal probieren lassen. Gar nicht übel. Ich hab mir aber so ein Restaurant irgendwie anders vorgestellt. Wissen Sie, irgendwie so – feiner. Und es war laut da! Meine Güte. Da haben sie alle durcheinandergeblökt. Und die Kinder geschrien, als wenn sie gleich in den Topf sollten. Wie die Hühner, wenn die Bäuerin mit dem Hackebeil übern Hof läuft. Sie wissen schon. Dafür konnte man rausgucken. Das hat mir gefallen. So runter auf die Strasse schauen.
Nach dem Essen sind wir dann weitergelaufen. Das ging ja nur in eine Richtung. Und wir hatten noch nicht alles gesehen. Aber, das war irgendwie komisch, wir müssen uns da verlaufen haben. Da sind wir durch die Wohnung von den Leuten gekommen, die da arbeiten. Die wohnen da auch. Und die anderen Leute, die mit uns da rumgelaufen sind, sind dann einfach mal bei den Leuten, die da arbeiten, die waren ja nicht zu Hause in dem Moment, durch die Stube gelaufen und haben in die Schränke reingeschaut und so. Einer hat sich auch mal ins Bett rein gelegt. Das haben wir natürlich nicht gemacht. Ich hab denn immer pikiert weg gesehen. Das is ja büschen peinlich, nich? Der Bauer meint, die würden da in dem Kaufhaus die Möbel verkaufen. Also, die von den Leuten, die da wohnen. Das stelle ich mir schon nicht schön vor. Da kommt man denn abends nach Hause und mit mal is denn das Bett wech. Dann muss man auf dem Boden schlafen. Nicht schön sicher. Aber auch da wohnen – nee. Wenn man beim Frühstück sitzt, laufen einem da vielleicht schon die Besucher durch die Stube. Aber einen Kindergarten hatten die da. Oder, wenn ich mir das überlege, meinen Sie, die haben da auch die Kinder von den Leuten verkauft, während die auf Arbeit waren? Nein, glauben Sie nicht? Na, ja. Irgendwann haben wir dann den Aufzug gefunden, mit dem man zum Ausgang kommt. Und denn zurück mit der S – Bahn, das war ja nur noch n' Happen Schiet.
Hier hatte aber keiner in der Zwischenzeit die Möbel verkauft. Da war alles noch da. Aber, sagen Sie mal, vielleicht war ja der Mann mit dem gelben Hemd da am Eingang deshalb so komisch, weil er dachte, wir wollten ausgerechnet seine Möbel kaufen? - Meinen Sie nicht?

Montag, 12. Januar 2015

Schatzgräber

Naaa? Kann ich Ihnen helfen? Sie suchen doch etwas, oder? Haben Sie was verloren? Haben Sie nicht? Es geht um einen Schatz? Ooh, das ist aber interessant!! Da kann ich Ihnen doch bestimmt helfen! Ach, den wollen Sie erst verstecken und suchen nun ein Versteck dafür? Herzlichen Glückwunsch, da sind Sie hier genau richtig! Sehen Sie sich um! Bestes Weideland, saftige Wiesen, ein schöner grüner Deich! Weit und breit niemand! Ich kann schweigen wie ein Grab! Was wollen Sie mehr! Wir machen dann halbe/ halbe. Oder? Wie, der ist nichts wert? Sie wollen einen Schatz verstecken, der nichts wert ist? - Warum? - Haben Sie nicht diese ganzen Piratenromane gelesen? Doch, als Sie klein waren? Und? Haben Sie so gar nichts davon behalten? Meinen Sie, Störtebecker hat irgendwo einen Schatz versenkt, der nichts wert ist? Wohl nicht. Sie machen eine moderne Schatzsuche? Und da ist der Schatz dann nichts mehr wert? Was ist das denn!? Es liegen tausende Schätze rum, die nichts wert sind? Nee. Und die werden von ebenfalls tausenden Schatzsuchern weltweit gesucht? Nee! Und sowas wollen Sie hier vergraben? Wie, nicht vergraben? Den legen Sie hier ab? Der hat einen Magneten und haftet an Metall? Oder ist eine Dose, die unter einem Stein liegt? Und Sie tragen die Koordinaten in ein Gerät ein? So eine Art elektronische Schatzkarte? Mit GPS? Geo – was? Cache? Ach!
Hören Sie mal! Haben Sie denn schon mal einen richtigen Schatz gefunden? Also einen, der auch was wert ist? Nein? Oh. Also ich würde gerne mal einen Schatz finden, der auch was wert ist. Das wäre doch fein! Dann wäre ich das reichste Schaf hier auf dem Deich! Ich könnte mir alles kaufen! Meine Güte! Den würde ich dann aber in kein GPS eintragen, damit ihn andere auch finden...

Freitag, 2. Januar 2015

angestossen

Naa? Nu is die Knallerei ja wieder so ziemlich vorbei, nich? War ja auch ganz schön laut. Aber schön war das Feuerwerk ja trotzdem! Ich kann das ja immer gut sehen, oben vom Deich. Man müsste mal auf den Leuchtturm steigen dürfen, von da hat man sicher noch einen viel besseren Blick. Ich kann ja hier links Hamburg sehen und auf der anderen Seite das Alte Land. Und die Harburger Berge. Da war ja mächtig was los.
Bitte? Ob ich was? Ach, ob ich einen guten Jahreswechsel hatte? Jaa! Sehr gut sogar! Ich habe auch mit dem neuen Jahr angestossen. Sie auch? Sie haben auf das neue Jahr angestossen? Ich mit! Wo haben Sie es denn getroffen? Gar nicht? Dann haben Sie es also in Abwesenheit gefeiert.
Am Silvesterabend kam es ja hier über die Weide und hat kurz bei mir Halt gemacht. Da haben wir ein wenig geklönt und dann miteinander angestossen. Dann ist es weiter, hier über den Deich und über die Elbe. - Wie? - Natürlich habe ich es gesehen. Es hat hier vor mir im Gras gesessen. - Ob ich viel getrunken habe? - Was meinen Sie? Alkohol? Neein! Wie kommen Sie denn darauf? Nur das eine Gläschen. Und Sie? - Ach, Sie haben mehr getrunken? - Dann haben Sie es vielleicht deshalb verpasst? Oder gar nicht gesehen, als es bei Ihnen war? Sie meinen, das wäre Ihnen aufgefallen? - Naja, wenn Sie meinen...
Nein, das kommt nicht noch mal vorbei. Das gibt’s ja nur einmal. Nächstes Mal kommt ein neues. Dann können Sie ja auch mal vorbeischauen, vielleicht können wir dann ja gemeinsam anstossen! 

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Weihnachten - wie die Schafe es erzählen

Hey, Ihr beiden! Wartet mal! Ja, Euch meine ich! Heute ist doch Weihnachten. Ihr kennt doch beide die Weihnachtsgeschichte, so wie Lukas sie erzählt. Aber wisst Ihr eigentlich, daß Ihr bloß Weihnachten feiert, weil wir Schafe so klug sind? Nee? Hab ich mir doch gedacht! Ich werde es Euch also erklären!
Ihr kennt das ja, mit dem, daß sie alle unterwegs waren, um sich zählen zu lassen und daß Joseph und Maria schließlich in dem Stall gelandet sind, weil alle anderen Herbergen voll waren und sie ja nun auch niederkommen sollte. Das kennt Ihr ja alles. Aber, was Ihr nicht kennt, daß ist das, wie es dann weiterging. Vor der Stadt waren ja Schäfer, mit ihren Schafen, auf der Weide und denn kamen die Engel und erzählten ihnen von der Neuigkeit. Aber, das war Sonnabend und es war Fußball gewesen, der TuS Nazareth hatte gegen Vorwärts Bethlehem gespielt und die Schäfer konnten da ja nicht hingehen, weil sie auf die Schafe aufpassen mussten. Also waren sie etwas gnadderig. Nun hatten die Schäfer aber immer eine kleine Buddel unter ihrem Mantel mit dabei, und die war schon ein paar Mal rumgegangen und nun lagen sie alle völlig duun, an ihre Stöcke gelehnt im Gras und waren am Schnarchen und die Welt war für sie schon wieder ziemlich in Ordnung. Aber jetzt kamen die Engel und das war auf einmal taghell und warm und alles golden auf der Weide. Da wachten sie dann doch auf und stierten mit ihren glasigen, tranigen Augen nach dem Himmel.

Und der Engel erzählte und erklärte was los gewesen war, daß der Heiland geboren sei und wo sie ihn finden können und was sie machen sollten und so weiter. Dann kam der Engelschor noch dazu und sang, und mit Hosianna ging das dann wieder zurück in den Himmel. Das eine Schaf konnte noch so eben und eben einem der Schäfer den Mund zuhalten, der wollte noch „Zugabe!“ rufen und dann sackten sie aber auch schon wieder weg und waren wieder am Schnarchen. Die Schafe standen alle zusammen und guckten sich ganz belämmert mit großen Augen an.Was war das denn? Da kommen Engel vom Himmel und singen was von Hosianna und hast du nicht gesehen und erzählen was vom neuen Heiland. Und die hier schlafen einfach weiter? Das oberste von den Schafen sagte dann, Kinners, das geht so nicht, was soll denn schließlich in der Bibel stehen nachher? Da steht dann drinnen, der Heiland ist geboren und die Engel haben gesungen – und dann ist das Buch zu Ende? Das geht doch nicht. Dann ist die Bibel ja auch gleich vergessen. Das kauft ja keiner, wenn es nicht weitergeht, wenn es spannend wird. Wir müssen was tun. Fasst alle mit an! Und dann schleppten sie die Schäfer zu dem Stall, wo das kleine Kind in der Krippe lag, und sie weckten sie auf und sagten ihnen, sie sollten das nun verkünden, so wie der Engel es erklärt hatte. Die Schäfer schauten nur halb im Tran in die Krippe, dann schauten sie sich an und wollten wieder umdrehen und zu Bett gehen, aber das oberste von den Schafen nahm sich den obersten von den Schäfern – so von Chef zu Chef – zur Brust und machte ihm klar, er solle sich zusammenreißen und seine Kollegen da mitnehmen und soll es bekannt machen, wie der Engel es gesagt hatte. Als der oberste Schäfer sich immer noch zierte und rumquängelte, er wollte zu Bett, das sagte das Schaf, sie würden ganz sicher in manch einem Haushalt reichlich einen ausgegeben bekommen für die Nachricht. Da waren sie auf einmal alle wieder wach und wollten auch gleich los. Und das machten sie dann auch so.
Seht Ihr, so kam das dann in der Bibel zu stehen, wie Ihr das kennt und so feiert Ihr Weihnachten. Aber uns Schafe haben sie völlig vergessen dabei!

Wihnachen - as de Schöp dat vertellt

Hey, Jii beid! Töövt mol! Jo, Jii! Vanobend is jo Wihnachen. Jii kennt jo man beid de Wihnachtsgeschicht, as Lukas de vertellt. Man weet jii, dat jii bloot Wihnachen fiert, wieldat wi Schöp so klook sünd? Nee? Harr ick mi dacht! Töövt, ick wüll't ju verklorn!
Jii kennt dat jo, mit dat se aal unnerwegens wesen sünd üm sick tellen to loten un dat Joseph un Maria denn in den Stall land weern, wieldat aal anner Harbargen full wiern un se jo nu ook to leggen keem. Dat kennt jii jo aalens. Man wat jii nich kennt, dat ist dat, wo dat wiedergüng. Dat wier jo denn so, dat vör de Stadt de Schäpers mit de Schöp op de Weid wiern und denn de Engels kämen un ehr dat vertellen däden. Man dat wier Sünnobend un dat wier Football, de TuS Nazareth har gegen Vörwarts Bethlehem speelt un se künnt dor jo ne hingohn, se müss jo op de Schöp oppassen. So wiern se gnadderig. Nu harrn de Schöpers ober jümmer so'n lütte Buddel Sluck ünnern Mantel un de wier aal rümgohn un nu liggen se aal duun an jüm ehr Stöck löhnt in't Gros un wiern an Snorken un de Wilt wier för jüm all wedder in de Reeg. Man denn kämen de Engels un dat ward op eenmol aalens lichtens un hell un warm un güllen op de Weid. Do woken se woll ok op un keeken mit jüm ehr glosige, trohnige Oogen no den Heben.

Un de Engel snack un verklor wat dor lot wier, dat de Heiland buren wier un woneem se em finnen könnt un wat se don schallen un so wieder. Un denn keem de Engelschor un süng, un mit Hosianna güng dat dann wedder trüch no Heben. De een Schop kunn no so eben un eben de een Schäper de Mund to holen, de wull no „Togaav!“ ropen man denn sacken se ok al wedder wech un wiern wedder an Snorken. De Schäp stünnen in de Rünn un keeken sick heel belämmert mit groote Oogen an. Wat wier dat denn? Dor kummen Engels van'n Heben dol to fohrn un singen wat van Hosianna und hest ne seehn un vertellen wat van de niegen Heiland. Un de Öös slöppt eenfach wieder? De böbelst van de Schöp sä denn, Kinners, dat geiht so nich, watt schall denn nohletzt in de Bibel stohn? Dor steiht denn binnen, de Heiland is buren, de Engels hebbt sungen - un denn is dat Book ut? Dat geiht jo nich. Denn is de Bibel jo glieks vergeten. Dat köfft jo keen, wenn dat ne wiedergeiht wann't spannend ward. Wi mööt wat doon. Fot aal mit an. Un denn sleppt se de Schäpers to den Stall, neem dat lüttje Kind in de Krööv leeg, un se woken ehr op un seggen, se schüllen dat nu künnen, as de Engel dat seggt harr. Dor keken de Schöpers so half benaut denn in de Krööv un denn keken se sick an - un wullen all wedder ümdreihen un to Puch gohn, man de böbelst van de Schöp nähm sick de böbelst van de Schöpers – so van Chef to Chef – to Bost un sä to em, he schall sick wat tosammenrieten un sin Mackers nehmen un schall dat bekannt moken, so as de Engel dat seggt harr. As denn de Schöperbaas sik jümmer noch zier un rümquäs, he wull to Puch, do sä de Schop, se däden denn för seker ook bi männig Hüüs een lüttje Loog utgeeven kreegen. Dor wiern se mitmohl all wedder wook un mit dorbi un wulln dat doon. Un so dä se dat ook.
Sü, un so käm dat denn so in de Bibel to stohn, as dat steiht, un so fiert Jii Wihnachen. Man bloot us Schöp harrn se vergeeten de Öös!

Samstag, 20. Dezember 2014

am ausgestreckten Arm

Hallo! Kann ich Sie mal was fragen? Ja, Sie! Ich seh hier oft Leute stehen, die halten ihr Telefon am ausgestreckten Arm in die Luft und grinsen dann immer ganz komisch. Oder ziehen eine Grimasse. Warum machen die das? Die fotografieren sich? Selbst? Ah, sicher weil kein anderer da ist. Die können mich ja doch mal fragen. - Na hörn Sie mal. Was solln das heißen, ich bin ja auch ein Schaf!? Ach, so, weil Schafe sonst gemeinhin nicht fotografieren. Da mögen Sie Recht haben. Und dann tippen die Leute auf ihrem Telefon rum und grinsen dabei. Und dann gehen sie weiter. Die machen was damit? Die pusten die Bilder? Ja, sind die denn nass? Ach, posten... wie Post. Die verschicken das. Aha. Und wo hin? An Leute zu Hause und ins Facebook. Ah? Und warum? - Weil sie sonst nicht hier gewesen sind? Ah...? Und wo wären sie dann? Ach so, dann könnten sie auch auf der Couch zu Hause sitzen? Das macht aber doch viel mehr Aufwand hier zu sein, als auf der Couch zu sitzen. Ach, das Ego wird damit gekrault? Oh. Das sehen dann andere und finden das toll, daß die Leute jetzt grad nicht zu Hause sind, sondern da sind wo sie sind. Und dadurch steigen die dann im Ansehen? Soso.
Ich soll was machen? Mich immer mit ins Bild mogeln? Und auch grinsen? Dann werde ich berühmt? Oh. In Echt? Und, wie ist das mit Ihnen? Sind Sie berühmt, weil sie sich oft an anderen Orten als zu Hause zeigen? Nicht? Und warum? Sie sind nicht im Facebook. Und dann geht das nicht? Schad. Ich bin nämlich auch nicht im Facebook. Und wenn wir jetzt ein Foto zusammen machen, dann sieht das gar keiner? Nur die zu Hause? Ich bin ja zu Hause...